Die Beschuldigtenvertretung umfasst die Verteidigung des Beschuldigten im Ermittlungsverfahren, im gerichtlichen Verfahren und in einem möglichen Rechtsmittelverfahren.

 

Im Folgenden finden Sie typische Situationen, in denen sich der Beschuldigte wiederfinden kann, sowie die passenden Verhaltenstipps.

 

 

"Woher weiß ich, dass gegen mich ein Ermittlungsverfahren geführt wird?"

 

Sie erhalten als Beschuldigter im Ermittlungsverfahren eine Vorladung zur Vernehmung durch die Polizei, die Staatsanwaltschaft oder den Ermittlungsrichter, in der Sie zum Tatvorwurf Stellung nehmen sollen.

 

Verhaltenstipps:

  • Einer Vorladung zur Vernehmung durch die Polizei müssen Sie nach noch geltender Rechtslage nicht nachkommen (Stand: Januar 2017). Nur auf Ladung der Staatsanwaltschaft oder des Gerichts müssen Sie erscheinen.
  • Sie haben ein Schweigerecht und sind nicht gezwungen, Angaben zum Tatvorwurf zu machen. Machen Sie von diesem Recht unbedingt Gebrauch!
  • Kontaktieren Sie umgehend einen Rechtsanwalt! Dieser kann Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen und mit Ihnen eine auf den Einzelfall zugeschnittene Verteidigungsstrategie entwickeln. Machen Sie keinesfalls zuvor Angaben gegenüber den Strafverfolgungsbehörden, da Ihre Situation hierdurch möglicherweise erheblich verschlechtert wird.
  • Auch begleitet Sie Ihr Rechtsanwalt zu Vernehmungsterminen, bei denen Erscheiungspflicht besteht.

 

 

"Was soll ich tun, wenn ich eine Anklageschrift zugestellt bekommen habe?"

 

Wenn Sie eine Anklageschrift erhalten, wonach gegen Sie das Hauptverfahren geführt werden soll, ist das Ermittlungsverfahren gegen Sie bereits abgeschlossen. Sie wissen nun, dass die Staatsanwaltschaft einen sog. "hinreichenden Tatverdacht" gegen Sie bejaht hat, sie also mit anderen Worten eine Verurteilung durch das Gericht für wahrscheinlicher hält als einen Freispruch.

 

Verhaltenstipps:

  • Nehmen Sie umgehend Kontakt zu einem Rechtsanwalt auf. Er kann wiederum Einsicht in die Akte nehmen und mit Ihnen erörtern, wie eine möglichst effektive Verteidigung zu gestalten ist. Der Anwalt vertritt Sie auch im mündlichen Gerichtstermin, d.h. er befragt die Zeugen, hält für Sie das Schlussplädoyer und stellt zweckmäßige Anträge an das Gericht.

 

 

"Was soll ich tun, wenn ich einen Strafbefehl erhalten habe?"

 

Den Strafbefehl erlässt das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Nach Zustellung des Strafbefehls haben Sie zwei Wochen Zeit, einen Einspruch einzulegen. In diesem Falle beraumt das Gericht eine mündliche Hauptverhandlung an, zu dem Sie geladen werden und auch grundsätzlich erscheinen müssen.

 

Verhaltenstipps:

  • Nehmen Sie schnellstmöglich Kontakt zu einem Rechtsanwalt auf, wenn Sie einen Strafbefehl erhalten haben. Dieser beantragt Akteneinsicht und erarbeitet mit Ihnen die optimale Vorgehensweise, was Ihre Stellung im Verfahren erheblich stärkt.
  • Machen Sie zuvor keinesfalls mündliche oder schriftliche Angaben gegenüber den Behörden zum Tatvorwurf.
  • Der Rechtsanwalt vertritt Sie auch wiederum in der folgenden mündlichen Verhandlung.

 

 

 

"Was soll ich tun, wenn meine Wohnung durchsucht wird und Sachen beschlagnahmt werden?"

 

Durchsuchungen werden angeordnet und durchgeführt, wenn die Ermittlungsbehörden die Ergreifung des Beschuldigten oder die Auffindung von Beweismitteln anstreben.

 

Verhaltenstipps:

  • Führen Sie während der Durchsuchung keine informellen Gespräche mit den Beamten und machen Sie insbesondere keine unbedachten Angaben zum Tatvorwurf.
  • Sie haben während der Durchsuchung das Recht, anwesend zu sein. Dieses Recht steht auch dem Rechtsanwalt zu, den Sie mit Ihrer Vertreidigung beauftragen. Machen Sie von diesem Recht Gebrauch und kontaktieren Sie einen Anwalt! Dieser kann die formelle Ordnungsmäßigkeit der Durchsuchung überwachen und bei Verstößen die erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung Ihrer Rechte veranlassen.

 

 

"Was soll ich tun, wenn ich verhaftet / festgenommen werde?"

 

Nach der Festnahme ist der Beschuldigte unverzüglich, spätestens aber am Tage nach seiner Ergreifung dem Haftrichter vorzuführen. Dieser entscheider über die Fortdauer der Haft. 

 

Verhaltenstipps:

  • Als Beschuldigter haben Sie das Recht, nicht zur Sache auszusagen. Machen Sie hiervon Gebrauch.
  • Zudem haben Sie das Recht, jederzeit - auch bereits vor Ihrer Vernehmung - einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Ist gegen Sie ein Untersuchungshaftbefehl ausgestellt worden, so muss Ihnen zwingend ein Pflichtverteidiger beigeordnet werden.
  • Nehmen Sie unbedingt anwaltliche Hilfe in Anspruch. Der Anwalt nimmt für Sie Einsicht in die Ermittlungsakten und prüft die bestehenden Möglichkeiten, gegen die Untersuchungshaft vorzugehen. Auch vertritt er Sie im gerichtlichen Haftprüfungstermin.

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