Wie der Beschuldigte, so hat auch der Geschädigte / Verletzte einer Straftat verschiedene Möglichkeiten, seine Rechte geltend zu machen. Hierbei stehen wir Ihnen ebenfalls gerne helfend zur Seite.

 

 

"Ich habe Strafanzeige erstattet und einen Bescheid von der Staatsanwaltschaft bekommen, dass das Verfahren eingestellt wird. Kann ich etwas dagegen tun?"

 

Wenn Sie Verletzer / Geschädigter einer Straftat geworden sind und Anzeige erstattet haben, sind die Strafverfolgungsbehörden zunächst verpflichtet, Ermittlungen anzustellen. Stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein, steht Ihnen möglicherweise das Recht zu, diese Entscheidung anzufechten.

 

Verhaltenstipps:

  • Der Bescheid der Staatsanwaltschaft enthält eine Rechsmittelbelehrung, wenn Sie Ihn anfechten können. Dies ist z.B. nicht das Fall, wenn es sich um sog. Privatklagedelikte handelt oder wenn die Einstellung nach bestimmten strafprozessualen Vorschriften vorgenommen wurde. Binnen 2 Wochen können Sie im Falle der anfechtbarkeit eine sog. Vorschaltbeschwerde einlegen. Die Staatsanwaltschaft überprüft die Einstellungsentscheidung dann nochmals.
  • Hilft die Staatsanwaltschaft Ihrem Begehren nicht ab, kann innerhalb eines Monats die Durchführung des sog. Klageerzwingungsverfahrens beantragt werden. Ein solcher Antrag muss zwingend von einem Rechtsanwalt unterzeichnet sein! Das örtlich zuständige Oberlandesgericht überprüft dann, ob die Staatsanwaltschaft die Voraussetzungen der Einstellung zu Recht bejaht hat.
  • Um Ihre Rechte möglichst effektiv wahrzunehmen, kontaktieren Sie frühzeitig einen Rechtsanwalt. Er wird prüfen, ob die Durchführung des oben genannten Verfahrens Aussicht auf Erfolg hat und formuliert die erforderlichen Schriftsätze an die Behörden bzw. an das Gericht.

 

 

"Privatklage oder Nebenklage - Wo liegt da der Unterschied?"

 

Mit der Privatklage kann der Verletzte unter bestimmten, engen Voraussetzungen der Strafverfahren ohne Mitwirkung der Staatsanwaltschaft gegen den Beschuldigten betreiben. Dies ist nur bei bestimmten, im Gesetz abschließend aufgezählten Taten zulässig; Es handelt sich dabei um Fälle leichterer Straftaten (z.B. Hausfriedensbruch, Beleidigung, einfache Körperverletzung). Nicht zulässig ist die Privatklage gegen Jugendliche. Bei bestimmten Delikten ist die Privatklage zudem nur dann zulässig, wenn zuvor ein Sühneversuch zwischen Beschuldigtem und Geschädigtem vor einer Vergleichsstelle gescheitert ist. 

 

 

Der Privatkläger muss für die Gerichtskosten einen Vorschuss leisten. Bei nicht ausreichenden finanziellen Mitteln besteht für ihn die Möglichkeit, Prozesskostenhilfe zu beantragen.

 

Dem Angeklagten steht möglicherweise ein Recht zur Widerklage gegen den Privatkläger zu.

 

Verhaltenstipps:

  • Wenn Sie über eine Privatklage nachdenken, sollten Sie sich bezüglich der Erfolgsaussichten und Risiken unbedingt von einem Anwalt beraten lassen. Auch wird der Rechtsanwalt die erforderlichen Schriftsätze und Anträge an das Gericht richten.

 

Dagegen schließt sich der Verletzte bei der Nebenklage der öffentliche Anklage der Staatsanwaltschaft an. Hierzu berechtigt ist der Verletzte, wenn eine bestimmte im Gesetz genannte Straftat Verfahrensgegenstand ist. Durch den Anschluss als Nebenkläger erwachsen dem Verletzten prozessuale Rechte, insb. wird er förmlich zur Hauptverhandlung geladen und hat ein ständiges Anwesenheitsrecht. Auch darf er Zeugen befragen und Beweisanträge stellen. In gewissem Umfang kann er gegen das Urteil auch Rechtsmittel einlegen.

 

Verhaltenstipps:

  • Ziel des Nebenklageverfahrens ist die Herbeiführung der strafrechtlichen Verurteilung des Beschuldigten. Daneben können dem Verletzten aber auch zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld zustehen. Diese Rechte können ebenfalls im Strafverfahren geltend gemacht werden (sog. Adhäsionsverfahren). Dieses Vorgehen hat gegenüber einem "normalen" zivilgerichten Verfahren diverse Vorteile. Insbesondere kann der Geschädigte selbst als Zeuge auftreten; auch muss das Gericht von Amts wegen den Sachverhalt ausermitteln.
  • Der Nebenkläger hat das Recht, sich des Beistands durch einen Rechtsanwalt zu bedienen und sich durch diesen vertreten zu lassen. Der Anwalt kann insbesondere dafür sorgen, dass die erforderlichen Anträge ordnungsgemäß und rechtzeitig gestellt werden, sodass Ihre Rechte möglichst effektiv und umfassend gewahrt sind.
  • Die Anwaltskosten des Nebenklägers trägt grundsätzlich der Angeklagte, wenn er wegen einer Tat, die den Nebenkläger betrifft, verurteilt wird.

Steppart & Neumann

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